Naturerlebnispfad
Was die Dünen von Rockanje so besonders macht, ist die ständige Abwechslung. Von trockenen Sandwegen bis zu feuchten Tälern, von offenen, kahlen Dünen bis zu dichtem Wald. Diese Vielfalt zieht zahlreiche Pflanzen- und Tierarten an. Auf diesem Spaziergang erhalten Sie viele Informationen über Flora und Fauna – und wenn Sie aufmerksam hinschauen, können Sie ihnen auch in der Natur begegnen.
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Startpunkt
Swinsedreef
3235 Rockanje
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Dünenentwicklung
Die Landschaft in den Dünen von Rockanje ist sehr vielfältig und reich an Pflanzen- und Tierarten.
Dünenentwicklung
DÜNENENTWICKLUNG
Die Landschaft in den Dünen von Rockanje ist sehr vielfältig und reich an Pflanzen- und Tierarten. Durch aktives und fachkundiges Landschaftsmanagement bleibt die natürliche Dünenentwicklung gesichert. In den Dünen findet ein ständiger Wandel statt: ein Ökosystem folgt auf das andere.
Eingriff in die Vordüne
Im Jahr 2013 wurden umfangreiche Arbeiten durchgeführt. Der „Wall“ aus Sanddorn wurde aufgebrochen und größtenteils entfernt, sodass die Verbuschung gestoppt wurde. Es entstanden sogenannte „graue Dünen“, in denen die Dünentäler wieder sichtbar und offen wurden. Die Auswirkungen auf den Naturwert des Gebiets sind sehr positiv: Kaninchen sind in das Dünengebiet zurückgekehrt, die Kreuzkröte wurde in den feuchten Tälern gesichtet und besondere Pflanzenarten breiten sich wieder aus oder erscheinen neu.
Sandwege
Die Wege, die durch dieses Dünengebiet führen, sind nicht geplant oder angelegt. Sie sind auf natürliche Weise entstanden. Ein Jahr lang durften Wanderer hier ihren eigenen Weg wählen. Oft folgten sie dabei den Spuren anderer – die am leichtesten begehbare Route. Die am meisten genutzten Spuren entwickelten sich schließlich ganz von selbst zu Wegen.
Ein „Schlag“ ist ein Weg über die Dünen zum Strand.
Wandernde Dünen
Die Dünen von Rockanje bewegen sich Meter für Meter näher ans Meer. Vor zehn Jahren lagen die Dünen noch ausschließlich hinter den Strandpavillons. Heute schieben sie sich bereits zwischen den Pavillons näher an die Küste heran. Am besten lässt sich dies vom Strand aus beobachten.
Das ausgedehnte Wurzelsystem des Strandhafers verhindert, dass der Dünensand verweht.
Sukzession
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Sand am Meer – Dünen entstehen durch Sand, in dem sich Strandhafer und Strandquecke ansiedeln. Oft wird Strandhafer auch gezielt angepflanzt, um den Sand zu stabilisieren. Neben den Gräsern siedeln sich nach und nach weitere Pflanzenarten an. Diese ziehen wiederum kleine Tiere an. So entsteht Schritt für Schritt ein neues Ökosystem.
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Nährstoffreicher Boden – Mit der Zeit entwickeln sich viele weitere Pflanzenarten und es entsteht ein nährstoffreicher Dünenboden, wie in der Vordüne der Dünen von Rockanje. Der Boden ist mit Schlick und Muschelresten aus dem Meer angereichert. Auf diesem kalkhaltigen Untergrund gedeiht zum Beispiel der Sanddorn besonders gut.
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Nährstoffarmer Boden – Wenn der Kalk im Laufe der Jahre durch Regen ausgewaschen wird, verschwinden die Sanddorne und es bildet sich nährstoffarmer Dünenboden. Genau dieser Boden zieht die größte Vielfalt an seltenen Pflanzen und Tieren an. Paradoxerweise findet man auf kargen Böden die größte Artenvielfalt.

Schmetterlinge
Die Schmetterlinge fliegen hier von Blüte zu Blüte, um Nektar zu sammeln. Sie ernähren sich davon, um Kraft zu gewinnen oder zu behalten.
Schmetterlinge
Entlang des Wanderweges blühen in den Sommermonaten viele Blumen, zum Beispiel Wasserdost und Stranddisteln. Sie sind wichtige Nektarpflanzen für die Schmetterlinge in den Dünen. Die Falter fliegen von Blüte zu Blüte, um Nektar zu sammeln. Sie ernähren sich davon, um Kraft zu gewinnen oder zu behalten.
Der Tagpfauenauge ist eine der bekanntesten Schmetterlingsarten der Niederlande. Auch in diesem Gebiet können Sie ihn regelmäßig beobachten. Seinen Namen verdankt er den charakteristischen Augenflecken auf der Oberseite jeder Flügel. Klappt der Tagpfauenauge seine Flügel zusammen, ist er durch die dunkelbraune Färbung hervorragend getarnt. Auch das Schwarzbraune Wiesenvögelchen (Koevinkje) ernährt sich vom Nektar der Dünenblumen. Seine Eier legt es nicht gezielt auf einer Pflanze ab, sondern lässt sie im Flug zu Boden fallen, sodass sie zwischen den Pflanzen landen.

Vögel
Fast ein Viertel der niederländischen Brutvogelarten nistet in Rockanje.
Vögel
Fast ein Viertel der niederländischen Brutvogelarten nistet hier, in den Dünen von Rockanje. Eine dieser Arten ist ein kleiner Singvogel: das Schwarzkehlchen. Ein weiterer Vogel mit wunderschönem Gesang ist die Nachtigall – auch sie ist in diesem Dünengebiet zuhause. Im Dünenwald lebt der Waldkauz. Entlang der Küste brüten zudem viele Möwen und Seeschwalben, während in den feuchten Dünentälern regelmäßig Enten und andere Wasservögel zu beobachten sind. Dank dieser großen Vielfalt an Lebensräumen ist Rockanje ein wahres Paradies für Vogelbeobachter.

Dünenwald
Der Dünenwald ist ein Mischwald mit Laub- und Nadelbäumen und bildet ein wichtiges Element im Dünengebiet.
Dünenwald
DÜNENWALD
Der Dünenwald ist ein Mischwald mit Laub- und Nadelbäumen und bildet ein wichtiges Element im Dünengebiet. Dank des Waldes leben hier Rehe und Füchse. Sie brauchen Deckung und finden diese in den Sträuchern und niedrigen Büschen zwischen den größeren Bäumen. Kleinere Tiere suchen Ruhe und Sicherheit in den Holz- und Asthaufen am Boden. Damit all diese Tiere geschützt sind, wirkt der Wald stellenweise vielleicht etwas unordentlich – doch das ist ganz bewusst so.
Reh
Wenn Sie in der Morgendämmerung durch die Dünen wandern, ist die Chance groß, dass Sie Rehe sehen. Wahrscheinlich sind sie dann auf Nahrungssuche: Früchte, Knospen, Blätter oder Gras. Rehe sind Gewohnheitstiere und nutzen immer wieder dieselben Wege, die sogenannten „Wechsel“. Diese sind im Gelände gut sichtbar. Tagsüber suchen Rehe die Deckung des Waldes und sind daher selten zu sehen. Das auffälligste Merkmal eines Rehs ist der sogenannte „Spiegel“ – ein weißer Fleck am Hinterteil. Die Form des Spiegels unterscheidet sich zwischen Männchen und Weibchen: bei der Ricke (Weibchen) ist er oval, beim Rehbock nieren- oder bohnenförmig.
Männliche Rehe tragen ein Geweih, das bis zu 25 cm groß werden kann.
Gartenrotschwanz
Sowohl Männchen als auch Weibchen dieser Vogelart haben einen rostroten, oft zitternden Schwanz. Die Männchen besitzen zudem eine orange-rote Brust und eine schwarze Kehle, die Weibchen sind unauffälliger gefärbt. Dieser schöne Singvogel nistet in alten Spechthöhlen, die im Dünenwald reichlich vorhanden sind. Meist legen sie zweimal im Jahr sechs bis sieben Eier. Die Eier sind hellblaugrün mit rotbraunen Sprenkeln.
Graupappel
Die Graupappel ist eine von Menschen eingeführte Baumart in den Dünen. Mittlerweile haben die Pappeln jedoch eine wertvolle Funktion im Dünenwald. Da ihr Holz weich ist, nutzen Spechte die Bäume gerne als Nistplatz. Mit ihrem Schnabel hacken sie eine Höhle in den Stamm, um ihre Eier darin abzulegen. Der Eingang ist ein rundes Loch im Stamm. Wenn die Spechte ausgezogen sind, wird die Höhle von anderen Brutvögeln oder sogar von Fledermäusen genutzt.
Die Samen der Graupappeln keimen gerne in Sanddornsträuchern. Dort werden sie von Rehen nicht gefressen und können ungestört wachsen. Mit zunehmendem Wachstum beschattet die Pappel den Sanddorn. Ohne Sonne stirbt dieser schließlich ab und die Pappel wächst zu einem vollwertigen Baum heran. Auf diese Weise kann ein Dünenwald entstehen.
Waldkauz
Waldkäuze sind nachtaktiv: Sie jagen in der Nacht oder in der Dämmerung. Ihre bevorzugte Beute sind Mäuse, aber auch andere kleine Säugetiere, Frösche und Vögel stehen regelmäßig auf ihrem Speiseplan. Unverdauliche Teile wie Knochen werden in Form von Gewöllen wieder ausgewürgt. Anhand dieser Gewölle lässt sich genau erkennen, was ein Kauz gefressen hat.
Das Männchen ist nachts mit seinem typischen Ruf „huu, huhuhuu“ zu hören. Der Waldkauz wirkt wie ein großer, kräftiger Vogel, tatsächlich besteht er aber zu einem großen Teil aus Federn – er wiegt nur rund 500 Gramm.
Waldkäuze sind sehr treu – ein Paar bleibt ein Leben lang zusammen in demselben Revier.

Versteckte Schnecken
Obwohl man viele Pflanzen und Tiere sehen kann, leben in den Dünen von Rockanje auch zahlreiche kleine, kaum sichtbare Tiere.
Versteckte Schnecken
Obwohl man in den Dünen von Rockanje viele Pflanzen und Tiere sehen kann, leben hier auch zahlreiche kleine, fast unsichtbare Tiere. Natürlich viele Insekten, aber auch die seltene, winzige Schmale Windelschnecke. Sie wird nur bis zu 1,2 mm breit und 2,1 mm hoch.
Die Schnecken leben hauptsächlich im Dünenwald, gut versteckt in der Laub- und Streuschicht. Deshalb sind sie so schwer zu entdecken. Da ein ökologisches Forschungsbüro regelmäßig erfasst, welche Pflanzen- und Tierarten hier vorkommen, wissen wir, dass dieses seltene Tierchen hier heimisch ist.

Fuchs
Ab und zu lässt sich hier ein Fuchs blicken.
Fuchs
Meistens hält er sich verborgen im Schutz des Waldes oder der Büsche, doch hin und wieder lässt sich hier ein Fuchs blicken. Mit etwas Glück können Sie ihn früh am Morgen oder spät am Abend beobachten, wie er auf Nahrungssuche durch die Dünen schleicht. Der Fuchs ist ein Allesfresser: Er jagt gerne Kaninchen, frisst aber ebenso reife Brombeeren und anderes Obst.
Auch wenn er selbst nicht oft zu sehen ist, können Sie seine Spuren entdecken. Seine Losung ist 8 bis 10 cm lang und an einem Ende zugespitzt. Die Farbe hängt davon ab, was der Fuchs gefressen hat. Häufig finden sich darin Federn, Haare oder kleine Knochenteile.

Grünspecht
Den Grünspecht erkennt man leicht an seinem grünen Gefieder und seinem lauten „lachenden“ Ruf.
Grünspecht
Den Grünspecht erkennt man leicht an seinem grünen Gefieder und seinem lauten „lachenden“ Ruf. Sein Kopf ist schwarz mit einer roten Haube. Im Gegensatz zu vielen anderen Spechtarten trommelt der Grünspecht nur selten auf Bäumen. Er sucht seine Nahrung hauptsächlich am Boden. Grünspechte fressen vor allem Ameisen, die sie mit ihrer langen, klebrigen Zunge auflecken.

Zauneidechse
Auf diesem nährstoffarmen Boden findet man die Zauneidechse.
Zauneidechse
In diesem Teil der Dünen findet man nährstoffarme Böden. Gerade auf solchen kargen Flächen entsteht – erstaunlicherweise – die größte Artenvielfalt. Ein Tier, das hier besonders gerne lebt, ist die Zauneidechse. Von Oktober bis Ende März hält sie Winterruhe. Erst wenn es draußen warm genug ist, verlässt sie ihren Unterschlupf und wärmt sich im heißen Sand auf.
In den offenen Dünen wird der Sand von der Sonne aufgeheizt – ein idealer Lebensraum für die Zauneidechse. Alle Voraussetzungen sind hier gegeben, um sie anzutreffen. Die Weibchen nutzen den warmen Sand, um ihre Eier abzulegen. Diese werden in einer Tiefe von 5 bis 20 cm vergraben. Anschließend sorgt die Wärme der Sonne dafür, dass die Eier „ausgebrütet“ werden und sich zu kleinen Eidechsen entwickeln. Die Umgebungstemperatur der Eier bestimmt sogar, ob ein Männchen oder ein Weibchen schlüpft.
Die Männchen der Zauneidechse erkennt man an ihren grünen Flanken, die Weibchen sind braun gefärbt.

Wandernde Dünen
An der Strandseite der Dünen entstehen immer wieder neue Dünen.
Wandernde Dünen
An der Strandseite der Dünen entstehen immer wieder neue Dünen. In den vergangenen zehn Jahren sind die Dünen sichtbar ein Stück näher zum Meer „gewandert“. Das erkennt man gut, wenn man am Strand bei den Strandpavillons steht. Vor zehn Jahren lagen die Pavillons noch vor den Dünen, heute befinden sie sich mehr oder weniger dazwischen. Zwischen den Strandpavillons haben Wind und Sand den Raum, neue Dünen entstehen zu lassen.

Sand und hohe Dünen
Sie stehen hier auf einer hohen Düne mit einer wunderschönen Aussicht.
Sand und hohe Dünen
SAND UND HOHE DÜNEN
Sie stehen hier auf einer hohen Düne mit einer wunderschönen Aussicht. Der Boden dieser und anderer Dünen nahe am Meer besteht aus Sand, der mit Schlick und Muschelresten aus dem Meer angereichert ist. Zwischen dieser nährstoffreichen Zone und dem Dünenwald liegen nährstoffarme Dünenböden. Dort ist der Sand lockerer und es gibt offene, sandige Stellen. Es klingt vielleicht überraschend, aber gerade auf diesen kargen Sandböden ist die Artenvielfalt am größten.
Blauflügelige Ödlandschrecke
Die seltene blauflügelige Ödlandschrecke macht weite Sprünge von etwa einem halben Meter Höhe. Während des Sprungs breitet sie ihre Flügel aus, und die leuchtend blauen Hinterflügel werden sichtbar. Mit ihrer Hilfe kann sie mehrere Dutzend Meter weit gleiten. Im zusammengefalteten Zustand sind die Flügel perfekt getarnt und verschmelzen mit der Umgebung. Die blaue Farbe dient der Abschreckung von Feinden: Wenn ein Vogel plötzlich das grelle Blau sieht, erschrickt er und bricht seinen Angriff ab.
Gelber Hornmohn
Der gelbe Hornmohn ist ein Neuling in diesem Dünengebiet – dank der Zurückdrängung der Sanddornsträucher. Er ist eine äußerst seltene Pflanze, die auf sonnigem, nährstoffreichem Boden wächst. Zwischen Juni und August blüht sie mit zitronengelben Blüten. Die Samen werden vom Wind und auch von Ameisen verbreitet. Durch ihren hohen Ölgehalt können sie lange auf Meerwasser treiben. Ihre Keimfähigkeit bleibt lange erhalten, und sie keimen erst, wenn sie einen geeigneten, kalk- und nährstoffreichen Standort gefunden haben.
Der orangefarbene Milchsaft des Hornmohns wurde früher gegen Warzen verwendet.
Sanddorn
Bis 2013 war dieses Gebiet dicht mit stacheligen Sanddornsträuchern bewachsen. Durch aktives Naturmanagement ist dieser Teil der Dünen nun offener und begehbar geworden. Der Naturwert ist dadurch stark gestiegen. Zum Glück gibt es immer noch genügend Sanddorn, der den Vögeln einen sicheren Lebensraum bietet.
Im Herbst färben sich die Dünen durch ihre Beeren orangegelb. Viele Vögel ernähren sich von ihnen. Sie sind genau zur richtigen Zeit reif – wenn Tausende Zugvögel auf ihrem Weg in den warmen Süden hier Rast machen. Die Beeren liefern ihnen die dringend benötigte Energie für die lange Reise. Gegen Ende des Herbstes können überreife Sanddornbeeren sogar Alkohol enthalten. Vögel fressen sie trotzdem und werden dadurch „betrunken“ und langsamer, sodass sie leichter von Raubtieren erbeutet werden.
Sanddornbeeren sind essbar. Sie schmecken sauer, lassen sich aber zu köstlicher Marmelade verarbeiten!
Kaninchen
Kaninchenkot ist hier an vielen Stellen zu finden. Zum Glück geht es den Kaninchen in den Dünen von Rockanje wieder gut. Sie spielen nämlich eine wichtige Rolle im Dünengebiet: Sie halten die Vegetation kurz und verhindern so, dass das Gebiet mit Sträuchern wie dem Sanddorn überwuchert. Außerdem sind sie selbst eine Nahrungsquelle für andere Tiere.
Ein Waldkauz zum Beispiel frisst besonders gerne ein junges Kaninchen.

Seehund
Regelmäßig werden am Strand Seehunde gesichtet.
Seehund
Nicht nur in den Dünen leben viele Tiere, sondern natürlich auch im Meer. Zahlreiche kleine, kaum sichtbare Tiere, aber auch größere wie die Seehunde. Regelmäßig werden am Strand Seehunde gesichtet – vor allem von Spaziergängern, besonders bei klarem Wetter, wenig Wind und ruhiger See. Dann schwimmen die Tiere direkt vor dem Strand im Meer oder liegen etwas weiter draußen auf einer Sandbank.
Seehunde kommen hier recht häufig vor, was am Meeresschutzgebiet Voordelta liegt, das etwas weiter draußen im Meer liegt. In der Voordelta gibt es ausgewiesene Ruhezonen mit trockenfallenden Sandbänken und einem geschützten Bereich darum herum. Dort können die Seehunde ungestört ausruhen und ihre Jungen säugen. Der reiche Meeresboden liefert zudem reichlich Nahrung für die Tiere.

Blaue Stranddistel
Eine der wichtigsten Nektarpflanzen für Schmetterlinge und andere Insekten in diesem Dünengebiet ist die Blaue Stranddistel.
Blaue Stranddistel
Eine der wichtigsten Nektarpflanzen für Schmetterlinge und andere Insekten in diesem Dünengebiet ist die Blaue Stranddistel. Die stachelige Pflanze ist an ihren graugrünen Blättern gut zu erkennen. Von Juni bis August blüht sie mit bläulichen Blütenköpfen.
Seit 2013 wächst die Blaue Stranddistel wieder in den Dünen bei Rockanje. In jenem Jahr wurden umfangreiche Arbeiten durchgeführt: Die dichten Sanddornhecken wurden aufgebrochen und größtenteils entfernt. Dadurch entstand Platz für andere Pflanzen – darunter auch diese Disteln.
Bis zum 1. Januar 2017 war die Blaue Stranddistel in den Niederlanden eine geschützte Pflanze. Da sie inzwischen jedoch häufiger vorkommt, vor allem in den Küstengebieten, steht sie heute nicht mehr unter gesetzlichem Schutz.

Aussicht auf das Meer
Schauen Sie, wie die Nordsee das Land küsst.
Aussicht auf das Meer
Auf der letzten Reihe hoher Dünen an der Meerseite wurden einige Flächen von Sanddornsträuchern befreit. So entsteht ein wunderschöner Blick auf Meer und Strand. Die offenen Stellen wurden geschaffen, damit die Dünen mit salzhaltiger Seeluft versorgt werden. Diese salzige Brise schafft ein anderes Klima, das zu einer noch größeren Vielfalt der Pflanzenwelt beiträgt.

Nasses Dünental
In diesem Dünengebiet wird kein Wasser gewonnen, daher gibt es hier noch nasse Dünentäler.
Nasses Dünental
NASSES DÜNENTAL
In diesem Dünengebiet wird kein Wasser gewonnen, daher gibt es hier noch nasse Dünentäler. Direkt hier unten liegt eines dieser Täler. Im Winter steht es trocken, in den anderen Jahreszeiten hingegen mit Wasser gefüllt. Gerade dieser Wechsel ermöglicht es besonderen Pflanzen und Tieren, hier zu überleben und sich fortzupflanzen.
Kreuzkröte
Die Kreuzkröte ist zurück in den Dünen von Rockanje! Erkennbar ist sie an dem gelben Streifen auf ihrem Rücken, dem sie auch ihren Namen verdankt. Kreuzkröten leben auf warmen, offenen Sandflächen mit Wasser in der Nähe, in dem sie sich fortpflanzen können. Dieses Dünengebiet ist also ein idealer Lebensraum.
Ihre Fortpflanzung erfolgt in den nassen Dünentälern. Diese temporären Tümpel haben einen großen Vorteil: Es gibt keine Fische, die Eier oder Larven fressen könnten. Das Risiko besteht jedoch darin, dass diese Tümpel austrocknen können. Geschieht dies, sterben alle Larven ab.
An heißen Tagen gräbt sich eine Kreuzkröte bis zu 10 cm tief in den Dünensand ein, um nicht auszutrocknen.
Die Laichschnüre der Kreuzkröten können bis zu 2 Meter lang werden und enthalten bis zu 4000 Eier.
Plattbauchlibelle
Auch die Plattbauchlibelle nutzt das Wasser der Dünentäler zur Fortpflanzung. Von Ende April bis Anfang September kann man sie rund um die Gewässer beobachten. Sie sind echte Jäger, ständig auf der Suche nach Beute wie Fliegen und andere kleine Insekten. Plattbauchlibellen sind leicht erkennbar am breiten, abgeflachten Hinterleib: bei den Männchen blau gefärbt, bei den Weibchen gelblich.
Parnassia
Die Parnassia ist eine geschützte, seltene Pflanze, die auf feuchten, nährstoffarmen Böden wie den nassen Dünentälern wächst. Die weißen Blüten sitzen auf blattlosen Stielen, die bis zu 30 Zentimeter hoch werden können. Ihre Blütezeit reicht von Juni bis September.
Im Inneren der Blüte sind die weißen Staubblätter zunächst nach innen gebogen. Jeden Tag richtet sich ein Staubblatt auf und gibt Pollen frei. Anhand der Staubblätter kann man also genau erkennen, wie viele Tage die Parnassienblüte schon offen ist.
Wasserdost
In den Sommermonaten wiegen die rosa Blütendolden des Wasserdostes (Königskerzenkraut) im Seewind. Sie sind eine wichtige Nektarquelle für Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten des Gebietes. Die Pflanze kann über einen Meter hoch werden.
Nach der Blüte werden die winzigen, nussähnlichen Samen vom Wind verbreitet. Wasserdost wird auch „Leberkraut“ genannt, da die Blüten eine leberähnliche Farbe haben. Früher wurde Tee aus dem Kraut gegen Erkältungen verwendet, außerdem sagte man ihm eine fördernde Wirkung auf die Verdauung nach. Achtung: In hoher Dosierung ist dieses Kraut giftig!
