Rollend durch die Natur

Wir sind regelmäßig unterwegs, um die Natur auf Voorne-Putten zu genießen. Ob es an den Strand, in den Wald oder in die Dünen geht, entscheiden wir meist spontan. Aufgrund einer vorübergehenden Verletzung bin ich jedoch auf einen Rollstuhl angewiesen. Oft drehe ich damit nur eine kleine Runde über asphaltierte Wege und manchmal etwas holprige Gehwege – sprich ein klassisches „Ründchen um die Kirche“. Doch die Natur ruft, besonders jetzt, wo sich die erste Frühlingssonne zeigt.

Also möchten wir wieder Richtung Voornes Duin. Aber wie steht es hier eigentlich um die Rollstuhlfreundlichkeit? Ist alles gut erreichbar? Um Enttäuschungen oder mögliche Sackgassen zu vermeiden, schaue ich zuerst auf der Website von Zuid-Hollands Landschap nach.



Dort lese ich, dass es zwei rollstuhlgerechte Routen gibt: die Libellenroute und die Bosmuisroute. Außerdem besteht sogar die Möglichkeit, vor Ort einen Rollstuhl auszuleihen. Möchtest du davon Gebrauch machen, empfiehlt es sich, dies vorab zu organisieren. Beruhigt machen wir uns auf den Weg und parken schon bald auf dem Parkplatz beim Besucherzentrum Tenellaplas. Von hier starten die verschiedenen Routen, und auf der Infotafel sind auch die Rollstuhlrouten klar gekennzeichnet.

Über die Website von Zuid-Hollands Landschap kannst du die Route auf dein Smartphone herunterladen, vor Ort kannst du aber auch einfach den weißen oder gelben Pfeilen mit Rollstuhlsymbol folgen. Wir entscheiden uns für die längere Libellenroute mit einer Länge von 3,5 Kilometern. Startpunkt ist wie gesagt das Besucherzentrum. Da wir hier schon öfter waren, lassen wir es diesmal aus, aber auch das Besucherzentrum selbst ist gut mit dem Rollstuhl zugänglich und einen Besuch der erneuerten Ausstellung wert.

Die Route führt zunächst hinter den Duinhäuschen entlang ein Freilichtmuseum, das Einblicke in das bäuerliche Leben des 19. Jahrhunderts gibt. Über einige gewundene Wege gelangen wir zum fast geradlinigen Locomotiefpad. Dieser asphaltierte Weg wird vor allem von (elektrischen) Fahrrädern und Skatern genutzt. Um es etwas ruhiger angehen zu lassen, wählen wir den danebenliegenden, unbefestigten Wanderweg.

Der Name Locomotiefpad stammt übrigens aus dem Zweiten Weltkrieg und verweist auf die Schmalspurbahn, mit der die Deutschen Baumaterialien für die Bunker in den Dünen transportierten. Über die Gamandervallei – wo später im Frühjahr rosa und violette Orchideen blühen – erreichen wir die trockenen Sandhänge. Vor uns liegt ein langes, frisch angelegtes Muschelwegstück, das für die schiebende Person des Rollstuhls eine kleine Herausforderung darstellt. Wer hier auf die „Big Five“ hofft, wird enttäuscht: Die harten Rollstuhlreifen machen auf den Muscheln ordentlich Lärm. Auf diesem Weg begegnen wir auch einigen elektrischen Scootermobilen, die nahezu geräuschlos vorbeigleiten.

An der ersten Abzweigung können wir zum Glück eine entspannte Pause an der Dünenpfanne einlegen, auch bekannt als die „Vissenpit“. Dieser Ort gab der Route ihren Namen, denn hier schlüpfen die Libellen. Ein wunderbarer Platz zum Verweilen. Die Route führt anschließend durch den Wald zurück Richtung Besucherzentrum. Unterwegs fallen besonders die großen, runden Mistelkugeln hoch in den Bäumen auf – vom Rollstuhl aus wirken sie noch beeindruckender. Auch das frische Grün und die Narzissen am Boden erlebst du aus dieser Perspektive ganz anders.

Zurück am Besucherzentrum kommen wir zu dem Schluss, dass die Route gut mit dem Rollstuhl machbar ist. Die Klappgatter stellen gelegentlich eine kleine Herausforderung dar, aber zum Glück halten andere Spaziergänger diese oft kurz für uns offen.

Weitere Informationen zu rollstuhlfreundlichen Routen findest du auf www.zuidhollandslandschap.nl.